Hallo zusammen! Neue Woche, neue Geschichte.

Das Foto zeigt meine Beine auf meinem Bett. Genau so lag ich am Morgen nach dieser unerwarteten Nacht – entspannt, zufrieden, mit einem Lächeln. Aber lasst mich erzählen, wie diese Nacht begann.

Ich hatte ihn auf C-Date gematcht. Er hiess Thomas, 38, wohnte in Bern, arbeitete als Ingenieur. Wir haben uns zwei Wochen lang geschrieben – intelligente, witzige Messages. Er schien interessant.

Wir haben uns entschieden, uns in Zürich zu treffen. Er würde mit dem Zug kommen, wir würden uns auf einen Drink treffen, schauen, ob die Chemie stimmt.

Wir haben uns um sieben Uhr in einer Bar beim Hauptbahnhof getroffen. Als ich ankam, stand er schon da. Noch attraktiver als auf den Fotos. Gut gekleidet, schönes Lächeln, selbstbewusst aber nicht arrogant.

"Lena?"

"Thomas. Schön, dich kennenzulernen."

Wir haben uns hingesetzt. Das Gespräch floss sofort. Keine awkward silence, keine langweiligen Themen. Wir haben über alles gesprochen – Arbeit, Hobbys, Reisen, Musik.

Ein Drink wurde zu zwei, dann zu drei. Plötzlich war es elf Uhr.

"Scheisse", hat er gesagt. "Mein letzter Zug fährt um 23:24."

"Wir haben noch zwanzig Minuten. Wir sollten los."

Wir sind zum Bahnhof gerannt. Aber wir haben uns verquatscht, falsche Richtung genommen. Als wir am Gleis ankamen, fuhr der Zug gerade ab.

"Verdammt." Er hat auf seinen Bildschirm geschaut. "Der nächste Zug ist erst um 5:47 Uhr morgen früh."

"Oh."

Wir haben uns angeschaut. Dann angefangen zu lachen.

"Okay", habe ich gesagt. "Du kannst bei mir auf dem Sofa schlafen. Ich wohne zehn Minuten von hier."

"Bist du sicher? Ich kann auch in einem Hotel..."

"Nein, komm. Es ist kein Problem."

Wir sind zu mir gegangen. Unterwegs haben wir weiter geredet, gelacht. Die Situation war absurd, aber auch irgendwie perfekt.

Zu Hause habe ich ihm ein Glas Wasser gegeben, eine Decke fürs Sofa geholt. "Badezimmer ist da, wenn du brauchst. Ich gehe ins Bett."

"Danke. Wirklich. Du rettest mich."

Ich bin in mein Zimmer gegangen, habe mich aufs Bett gelegt. Aber ich konnte nicht schlafen. Er war da draussen, auf meinem Sofa. Wir hatten so eine gute Zeit zusammen gehabt.

Nach etwa einer halben Stunde habe ich gehört, wie er sich im Wohnzimmer bewegte. Dann ein leises Klopfen an meiner Tür.

"Ja?"

Er hat den Kopf reingesteckt. "Sorry. Ich kann nicht schlafen. Dein Sofa ist ein bisschen... kurz."

Ich habe gelacht. "Komm rein. Wir können reden, bis du müde bist."

Er ist reingekommen, hat sich auf die Bettkante gesetzt. Wir haben angefangen zu reden. Über alles und nichts. Die Atmosphäre war... anders. Intimer. Wir waren in der Dunkelheit, nur das Licht der Strassenlaterne kam durchs Fenster.

"Das war ein ziemlich perfektes Date", hat er gesagt.

"Ja. Auch wenn du deinen Zug verpasst hast."

"Vielleicht wollte ich ihn verpassen."

Er hat mich angeschaut. Ich habe zurückgeschaut. Die Spannung war spürbar.

"Kann ich dich küssen?" hat er gefragt.

"Ja."

Er hat mich geküsst. Langsam, zärtlich. Ich habe zurückgeküsst. Seine Hand auf meinem Gesicht, meine in seinen Haaren.

Er hat sich zu mir aufs Bett gelegt. Wir haben uns weiter geküsst, Kleidung ist langsam verschwunden. Alles fühlte sich natürlich an, nicht überstürzt.

Was dann passierte... es war wunderschön. Er war aufmerksam, leidenschaftlich, nahm sich Zeit. Wir haben fast die ganze Nacht nicht geschlafen – geredet, gelacht, uns berührt.

Am Morgen hat sein Wecker um fünf Uhr geklingelt. Wir waren beide müde, aber glücklich. Ich habe ihm Kaffee gemacht, ihn zum Bahnhof begleitet.

"Das war... unerwartet", hat er beim Abschied gesagt.

"Aber gut unerwartet."

"Sehr gut." Er hat mich geküsst. "Ich melde mich."

Und er hat sich gemeldet. Wir haben uns noch mehrmals getroffen – manchmal in Zürich, manchmal in Bern. Es wurde zu etwas Regelmässigem, aber nicht Ernstem. Nach ein paar Monaten ist es einfach ausgelaufen. Aber diese erste Nacht – die bleibt unvergesslich.

Manchmal sind die besten Momente die, die man nicht plant. Manchmal muss man einfach den Zug verpassen.

Das war's für diese Geschichte. Ich hoffe, sie hat euch gefallen.

Bis bald in eurer Mailbox!

Lena

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